Reifenverschleiß

Gute Motorradreifen sollten möglichst lange halten. Natürlich nutzen sie sich mit der Zeit und den Kilometern ab. Wer das verhindern will, muss sein Motorrad in der Garage stehen lassen. Aber über den normalen Abrieb hinaus, sollte sich ein Reifen nicht so schnell verbrauchen. Wenn einige Verhaltensregeln beachtet werden, kann man diesen zusätzlichen Verschleiß gering halten.

Natürlich belastet das Tempo, mit dem man durch die Gegend fährt, die Reifen besonders. Sehr hohe Geschwindigkeiten etwa beanspruchen die Laufflächen der Reifen in besonderer Weise, weil das wiederholte Beschleunigung und Abbremsen sich dabei stärker bemerkbar macht als bei langsamerer Fahrweise. Auch allgemein führt sehr hartes Durchstarten oder extremes Bremsen logischerweise zu erhöhtem Abrieb. Es heißt ja nicht umsonst „Gib Gummi!“, wenn es schneller gehen soll.

Wichtig ist vor allem der richtige Luftdruck auf den Reifen. Sowohl zu wenig als auch zu viel Luft hat negative Einflüsse. Besonders ein zu geringer Druck verformt den Reifen extrem, so dass der Verschleiß der Laufflächen nicht gleichmäßig erfolgt. Außerdem kann es zu einer Überdehnung des Reifens kommen und erhebliche Beschädigungen herbeiführen. Ist der Luftdruck zu hoch, wird besonders der mittlere Bereich der Reifenlauffläche abgenutzt. Das Profil erleidet hier außerdem verstärkte Beschädigungen, weil sich die Beanspruchung durch die Zentrierung der Belastung erhöht.

Vermieden werden sollte in jedem Fall der Kontakt der Reifen mit Ölen oder Fetten jeglicher Art, weil das Gummi diese recht schnell absorbiert. Folge ist der Verlust der Verschleißfestigkeit des Reifens, so dass die Abnutzung noch zügiger vonstatten geht.

Neben dem eigenen Fahrverhalten können aber auch andere Defekte am Motorrad die Kilometerleistung der Reifen reduzieren. Sind etwa die Bremsen falsch eingestellt, die Federbeine nicht mehr intakt oder die Räder nicht gleichförmig, so werden die Reifenflächen zusätzlich beansprucht. Dasselbe gilt bei ausgeschlagenem Lenkkopf und Schwingenlager oder wenn durch einen falsch montierten Rahmen die Radflucht beeinträchtigt ist. Läuft das Rad nicht mehr gleichmäßig, das heißt wenn eine Unwucht in der Felge ist, wird die Lauffläche ebenfalls abnorm verschlissen.

Im Allgemeinen verbrauchen sich bei heißen Temperaturen und trockenen Straßen die Laufflächen schneller als im Winter, wenn es kühl und feucht ist. Überhaupt hat der Zustand der Straßen ganz erhebliche Auswirkungen auf den Erhalt der Reifen. Glatte und ebene Untergründe schonen das Gummi natürlich mehr als die laufenden Widerstände durch Unebenheiten auf der Fahrbahn. Gerade durch zu hohe Geschwindigkeiten auf schlechten Straßen erleidet der Reifen kleine Beschädigungen, die seine Lebensdauer ziemlich minimieren können. Wer also die Reifen und die darum liegende Mechanik in Ordnung hält und sein Fahrverhalten den Umständen anpasst, hat länger was von seinen Reifen und fährt auch sicherer.