Autoflaggen

Jeder kennt sicherlich die schwarzen Limousinen, mit denen Diplomaten, Botschafter oder andere hohe Tiere durch die Gegend kutschiert werden. Ein unverkennliches Merkmal dieser Fahrzeuge sind die Autoflaggen, die vorne an der Kühlerhaube angebracht sind und die Staatsangehörigkeit der Insassen zeigen. Man muss schon zugeben, dass solche Autoflaggen was hermachen. Schließlich weiß jeder sofort, wenn er ein Auto mit solchen Fähnchen sieht, dass da eine wichtige Persönlichkeit drin sitzen muss. Nicht umsonst werden solche Autos auch „Flaggschiffe“ genannt.

Aber warum sollten nur Autos solche Eindrücke hinterlassen? Zwar wird ein Botschafter wohl eher selten mit einem Motorrad zum Staatsbesuch vorbeischauen, aber mit einer Fahne oder einem Wimpel kann schließlich jeder sein Bike schmücken. Wahrscheinlich ist es für manche ein Graus, sich vorzustellen, dass bald tausende Biker mit schwarz-rot-goldenen Fahnen durch     die Gegend fahren, vor allem zu großen Sportereignissen wie der Fußballweltmeisterschaft. Aber man kann ja auch andere Fahnen anbringen, die seines Motorradclubs zum Beispiel.

Bevor man das Motorrad aber kunstvoll behängt, wie man es in Amerika oft beobachten kann, sollte man sich informieren, ob die Dekoration den TÜV-Bestimmungen entspricht, damit man keinen Ärger bekommt.
Am besten kann man Fahnen, Wimpel oder ausgefallene Dinge wie Fuchsschwänze an der Sissybar aufhängen. Wer sich jetzt fragt, was denn eine Sissybar ist, dem kann geholfen werden. Vor allem bei Choppern und Cruisern findet man hinten am Souziusitz eine Art Rückenlehne, die zwar von vielen als überflüssiges Beiwerk angesehen wird, aber für den Mitfahrer ziemlich bequem ist. Wörtlich übersetzt bedeutet Sissybar übrigens so viel wie „Heulsusenstange“. Jedenfalls kann man an ihr einfach die verschiedensten Dinge festmachen, die im Wind flattern ohne einen irgendwie zu behindern. Und so fährt man in Richtung Sonnenuntergang und die Fahne flattert im Wind…

Fahnen am Motorrad oder auf der Motorradjacke zeigen jedem wo man dazugehört, egal ob es eine Nationalflagge oder die des Motorradclubs ist. Fahnen stehen schließlich für eine (Volks-)Gruppe und schon lange nicht mehr nur für die Regierung eines Landes. Spätestens seit der französischen Revolution sind Fahnen ein Symbol für den Volkswillen und die Bewohner eines Landes. Aber natürlich kann man auch anderes mit Fahnen ausdrücken. „Just Married“ auf eine Fahne zu schreiben und dann mit seiner Braut davon zu heizen wäre doch auch mal was. In so einem Fall sollte man sich aber Fragen, ob man die Dosen hinten am Motorrad nicht lieber weglässt.